Ceuta
Spanische Hafenstadt auf dem afrikanischen Kontinent
Ceuta (Aussprache [ˈθeu̯ta], arabisch سبتة, DMG Sabta; marokkanisches Tamazight ⵙⴰⴱⵜⴰ) ist eine spanische Stadt an der nordafrikanischen Küste und der Straße von Gibraltar mit 83.595 Einwohnern (Stand: 2025). Seit 1995 haben Ceuta und Melilla den Status einer autonomen Stadt (ciudad autónoma), der ihnen einige der Befugnisse der autonomen Gemeinschaften verleiht.
Ceuta gehört als spanische Exklave zur Europäischen Union, nicht aber zur NATO, und verfügt über einige Sonderrechte. Insbesondere ist es gemäß dem Unionszollkodex vom Zollgebiet der Union ausgenommen. In Ceuta gelten deshalb, wie für Melilla, als Exklave nicht die Regelungen des Schengen-Raums. Ceuta hat seit 1993 einen Grenzzaun zu Marokko, um Einwanderung in die EU zu verhindern. Es bestehen laut Artikel 41 des Schengener Grenzkodex weiterhin eine Sonderregelung: Identitäts- und Dokumentenkontrollen werden bei der Ausreise in Richtung spanisches Festland oder in anderen Schengen-Staaten, auf dem See- oder Luftweg, den einzigen beiden verfügbaren Wegen, durchgeführt. Eine illegale Einreise in eine der beiden Städte ermöglicht also keine Weiterreise in den Schengen-Raum. Marokkanische Staatsangehörige, die nicht in den Provinzen Tétouan oder Nador wohnhaft sind und sich ausschließlich nach Ceuta oder Melilla begeben möchten, benötigen ein Visum, das auf das Gebiet der beiden Städte beschränkt ist und zu mehreren Ein- und Ausreisen berechtigen kann.
Ceuta war seit dem Jahr 1415 zunächst in portugiesischem und später in spanischem Besitz; auch nach der Unabhängigkeit Marokkos 1956 blieben Ceuta und das ebenfalls in Nordafrika gelegene Melilla spanisch. Von marokkanischer Seite wird der Gebietsanspruch auf die beiden Städte grundsätzlich betont, konkrete Schritte zu dessen Durchsetzung wurden und werden aber nicht unternommen.