Italien setzt Schengen-Abkommen mit Spanien aus
Nach Massenankünften in Ceuta führt Italien Passkontrollen für Reisende aus Spanien ein. Mehrere EU-Staaten fordern harte Konsequenzen.
Die italienische Regierung hat die Aussetzung des Schengen-Abkommens mit Spanien verkündet. Reisende auf Flug- und Schiffswegen müssen bei der Einreise nach Italien nun einen Reisepass vorlegen. Zudem verstärkt Italien in Absprache mit Frankreich die Kontrollen an der gemeinsamen Landgrenze. Hintergrund sind laut Außenminister Antonio Tajani über 500.000 Einbürgerungen irregulärer Migranten durch Madrid. Zuvor meldete La Moncloa rund 50.000 Ankünfte in Ceuta innerhalb weniger Stunden. Während EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Lage als inakzeptabel bezeichnete, fordern Länder wie Dänemark und Tschechien den Ausschluss Spaniens aus dem 29 Staaten umfassenden Schengen-Raum. Frankreich mobilisiert eine Grenztruppe, und Bundeskanzler Friedrich Merz mahnt die Kontrolle über Ceuta an. Ministerpräsident Pedro Sánchez verwies auf 234.760 irreguläre Einreisen zwischen 2021 und 2026.